Warum Festbrennweiten in jede Kameratasche gehören

Erst einmal für Leute, die nicht genau wissen, was eine Festbrennweite ist: Eine Festbrennweite ist ein Objektiv, dass nur eine bestimmte Brennweite besitzt. Also vereinfacht gesagt, man kann damit nicht zoomen und das ist vor allem für Anfänger oft ein kleines Problem. Sobald man sich allerdings damit auseinander gesetzt hat, merkt wirklich jeder, warum Festbrennweiten so beliebt sind, denn sie bieten viele Vorteile gegenüber anderen Objektiven.

Viel Lichtstärke zu einem kleinen Preis


Festbrennweiten (wie die von Nikon links) haben im Normalfall eine sehr hohe Lichtstärke. Die Lichtstärke ist eins der wichtigsten Merkmale eines Objektivs, denn sie gibt an wie viel Licht durch das Objektiv auf den Sensor fällt. Durch eine hohe Lichtstärke von beispielsweise 1:1.8 (wie die von meinem Nikon AF-S 50 mm) kann verschiedene Dinge sehr gut umsetzen:

  • Tiefenunschärfe: Man bekommt, wenn man mit einer offenen Blende (also hohe Lichtstärke) fotographiert sehr einfach ein gutes Bokeh hin. Natürlich hängt das noch von anderen Faktoren ab, aber die Lichtstärke spielt eine entscheidende Rolle.
  • Man braucht viel weniger Licht zum Fotographieren. Mit einer Festbrennweite bekommt man sogar bei schlechten Lichtverhältnissen sehr gute Fotos hin.

Zoom – Braucht man ihn wirklich?

Anfänger werden am Anfang den Zoom sehr vermissen. Aber braucht man den Zoom denn wirklich? Auch mit einer Festbrennweite gibt es mehrere Möglichkeiten um den Bildausschnitt zu vergrößern bzw. zu verkleinern.

  • Einfach die Beine benutzen! Wenn man viel mit einem Zoom Objektiv oder einer Kompaktkamera fotographiert hat, ist man es oft gewöhnt weiterran oder weiterweg zu zoomen. Einen ähnlichen Effekt hat man, wenn einfach eine paar Meter sich bewegt. Wenn man mal nicht näher hingehen kann, gibt es noch eine weitere Möglichkeit:
  • Croppen bzw. den digitalen Zoom: Man schneidet sich einfach den Bildausschnitt, den man gerne “gezoomt” hätte mit einem Bildbearbeitungsprogramm, aus. Umso mehr Megapixel das Foto besitzt, umso mehr Details hat man auf seinem Ausschnitt. Dadurch erreicht man den gleichen Effekt, wie beim Zoomen

Vor allem Anfänger müssen sich nicht während dem Fotographieren über den Bildausschnitt Gedanken machen, sondern können das in Ruhe daheim vorm Computer machen. Das erleichtert einiges.

Die gängigsten Festebrennweiten von Nikon, Canon und Sigma sind 35mm, 50mm und 85mm. Natürlich gibt es auch welche, die eine kleinere oder größere Brennweite haben. Aber ein Anfänger sollte sich eine dieser Brennweiten aussuchen.

Weitere Vorteil von Festbrennweiten

Da Festbrennweiten keine Mechanik in ihrem Inneren besitzen, die die Linsen verschiebt, sind sie oft leichter und kleiner als Zoomobjektive, was es auch für Anfänger leichter macht, die Kamera ruhig zu halten. Ein weiterer Vorteil ist die wunderbare Bildqualität der Festbrennweiten. Die Schärfe der Bilder, die mit Festbrennweiten geschossen wurden, ist beeindruckend. Es gibt eigentlich keine Objektive in der Preisklasse, die mit der Bildqualität mithalten können.

Aber den wichtigsten Vorteil von Festbrennweiten habe ich noch gar nicht erwähnt…

Festbrennweiten – Da bekommt man was für sein Geld

Die wichtigsten Festbrennweiten sind normalweise sehr günstig! Das liegt daran, dass sie kaum Mechanik haben und nur auf eine Brennweite optimiert sind. Hier auf Amazon findet man eine kleine Übersicht aller Brennweiten. Wenn man Glück hat, findet auf den Amazon Warehouse Deals noch ein richtiges Schnäppchen. Dort gibt es oft Objektive, die noch einmal richtig reduziert wurden.

Nikon

Nikon bietet viele verschiedene Festbrennweiten an. Die wichtigsten und günstigsten sind allerdings die folgenden drei, die alle eine Lichtstärke von 1.8 und einen eigenen Motor (AF-S) haben. Der Motor ist wichtig, falls man eine Kamera benutzt, die keinen eigenen Motor hat. Es gibt die meisten Brennweiten auch noch mit einer 1.4er Lichtstärke, allerdings sind diese schon um einiges teurer.

Canon

Auch Canon bietet viele verschiedene Festbrennweiten an. Grundsätzlich sind die Objektive von Canon etwas günstiger, aber dafür ist die Verarbeitung und die Bildqualität etwas schlechter. Die Lichtstärke ist aber genauso hoch, wie bei den Nikon Objektiven.

Wer immer noch nicht überzeugt ist, findet hier und hier eine ganze Menge an Infos über das Thema.