Wer einen Urlaub plant, denkt oft nur ungern an mögliche gesundheitliche Beschwerden. Aber gerade auf Reisen ist es wichtig, für den Notfall alles Wichtige griffbereit zu haben. Je nach Land ist die medizinische Versorgung teilweise auf einem schlechten Standard. Ich erlebte außerdem, dass sich für Ortsfremde noch weitere Hürden auftun: Man muss eine Apotheke finden und auf Englisch oder in Landessprache erklären, was man braucht. Oft heißen die Medikamente dann auch noch ganz anders. Dazu kommt, dass viele Medikamente, die bei uns rezeptpflichtig sind, im Ausland frei sind. So bekommt man bei einer kleinen Erkältung gleich mal die harte “Chemekeule” verschrieben. Diese Sachen dürfen in keiner Reiseapotheke fehlen:

Meine Basis-Reiseapotheke:

Alle genannten Medikamente kann man bei Raumtemperatur lagern. Allerdings sollten sie vor direkter Sonne und extremen Temperaturen geschützt werden.

Schmerzmittel – Paracetamol, Ibuprofen er Acetylsalicylsäure (ASS, Wirkstoff von Aspirin) wirken alle drei sehr gut gegen leichte bis mittelstarke Schmerzen (Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Regelschmerzen). Bei empfindlichem Magen sollte man auf Ibuprofen zurückgreifen, da Aspirin und Paracetamol den Magen angreifen können.

Hinweis: Vorsicht bei Aspirin! Der Wirkstoff ASS vermindert die Gerinnungsfähigkeit des Blutes. Dies kann in einigen Fällen gefährlich werden. Ist zum Beispiel jemand von Dengue-Fieber betroffen, dann treten oft starke Glieder- und Muskelschmerzen auf. Eine Gabe von Aspirin wäre hier fatal, denn es kann innere Blutungen (das sogenannte hämorrhagische Fieber) auslösen.

 

Mittel gegen Durchfall und Magenprobleme – Reisestress, eine ungewohnte Kost und schlechtere hygienische Bedingungen im Reiseland können schnell zu Durchfall und Magenproblemen führen. Je nach Stärke der Beschwerden kann ich drei unterschiedliche Mittel empfehlen.

 

  • Heilerde: Bei Magen- und Darmbeschwerden habe ich gute Erfahrungen mit Heilerde gemacht. Sie bindet Bakterien und Schadstoffe, beruhigt Magen und Darm und liefert wichtige Elektrolyte. Kann man so oft nehmen, wie man möchte
  • Tannacomp: Der natürliche Wirkstoff Tanninalbuminat wirkt gegen leichtere akute Durchfälle, kann aber auch vorbeugend gegen Reisedurchfälle eingenommen werden. Kann ohne Probleme über einen längeren Zeitraum eingenommen werden.
  • Imodium: Bei akutem Durchfall stoppt Imodium (Wirkstoff Loperamid) diesen sehr schnell. Imodium akut lingual ist ideal für unterwegs: Die kleinen Plättchen schmelzen auf der Zunge und lassen sich ohne Wasser einnehmen. Sehr praktisch! Allerdings sollte es mit der Einnahme nicht übertreiben.

Falls es nach einer Woche nicht besser wird, sollte man direkt zum Arzt gehen.

Mittel gegen Halsschmerzen und Erkältung – Halsschmerzen und Erkältungen sind im Urlaub, auch in heißen Ländern, häufiger als man denkt. Die allgegenwärtigen Klimaanlagen können schnell den Hals reizen.

  • Emser Halspastillen: Emser Salz befeuchtet und reinigt die Schleimhäute von Hals und Rachen. Bei den ersten Anzeichen von Halsschmerzen helfen die Pastillen gut.
  • Sinupret: Ist eine Erkältung im Anmarsch, löst Sinupret mit rein pflanzlichen Wirkstoffen den Schleim. Bei Schnupfen und Nebenhöhlenentzündungen hat mir das Präparat schon gut Dienste geleistet.

Was zusätzlich nützlich ist

  • Mittel bei Mückenstichen – Ein juckreiz-stillendes Gel gegen Mückenstiche muss unbedingt in die Reiseapotheke, denn juckende Stiche sind ein wahrer Killer für das entspannte Urlaubsfeeling. Ich habe gute Erfahrungen mit Fenistil Gel gemacht. Ergänzend dazu findet sich in meiner Reiseapotheke auch immer Autan zur Vorbeugung von Mückenstichen.
  • Sonnenschutz – Eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor beugt Sonnenbrand vor. Eine After-Sun-Pflege beruhigt und pflegt die von Sonne und Salzwasser strapazierte Haut.
  • Augentropfen – Klimaanlagen, Sonnenlicht und Meerwasser können die Augen reizen. Einfache, befeuchtende Augentropfen sind deshalb immer in meiner Reiseapotheke dabei. Ich empfehle Bepanthen Tropfen oder Berberil N Tropfen bei geröteten, brennenden Augen.
  • Fieberthermometer – Aus Erfahrung kann ich sagen: Nichts ist schlimmer, als wenn man mitten im Urlaub mit der Unsicherheit kämpft, ob es nun „etwas Ernstes“ oder nur ein leichtes Unwohlsein ist. Vor allem bei Kindern sollte man deshalb das Thermometer daher nicht vergessen.
  • Versorgung kleinerer Wunden – Ein Wunddesinfektionsspray, Pflaster, Blasenpflaster und Wundsalbe sollten im Urlaub dabei sein, um kleine Verletzungen, Abschürfungen oder Wasserblasen zu versorgen.

Tipps: Für alle Eventualitäten gerüstet

  • Medikamente immer ins Handgepäck! Ein Koffer kann zu spät ankommen oder schlimmstenfalls verloren gehen.
  • Falls man regelmäßig Medikamente benötigt: Mindestens einen Wochenvorrat mehr mitnehmen. Man denke an den Vulkanausbruch in Island, nach dem Urlauber tagelang an Flughäfen festsaßen.
  • Wer gekühlte Medikamente benötigt, dem kann ich eine Medi-Kühlbox empfehlen. Außerdem helfen Hotels, Flug- und Reiseveranstalter in der Regel gerne beim Transport und der Aufbewahrung vor Ort.
  • Bei der Einfuhr verschreibungspflichtiger Medikamente sollte ein mehrsprachiges Attest vom Arzt und die Rezeptkopien aus der Apotheke mitgeführt werden, damit es beim Zoll keine Probleme gibt

Was darf bei euch in keiner Reiseapotheke fehlen? Ich freue mich auf eure Kommentare!